Kursversorgung: Realtime Aktienkurse

Zeit ist Geld  - dieses Sprichwort hat auch und gerade an der Börse seine Gültigkeit. Anleger, die aktiv am Markt handeln, sind auf eine schnelle und zuverlässige Versorgung mit Kursdaten angewiesen. Die Kurse der meisten Börsen sind allerdings in den Medien um 15 Minuten verzögert. Das liegt an Vorschriften der Börsengesellschaften. Für kurzfristig orientierte Anleger ist eine solche Verzögerung allerdings nachteilhaft, weil sie keine direkten Reaktionen auf das Marktgeschehen ermöglicht.

Realtime-Aktienkurse sind für Daytrader und Kurzfrist-Anleger unerlässlich.

Echtzeitkurse sind wenn überhaupt dann um wenige Sekunden verzögert. Sie sind bei speziellen Anbietern erhältlich und kosten meist Gebühren. Viele Broker stellen ihren Kunden allerdings auch kostenfreie Realtime-Aktienkurse zur Verfügung. Je nach Broker können Anleger dann unbegrenzt Kurse in Echtzeit abfragen oder aber pro Tag ein bestimmtes Kontingent unentgeltlich nutzen. Die Realtime-Aktienkurse der meisten Broker sind allerdings für Trader recht umständlich, weil sie nicht in Charting-Programme integriert werden können. Vielmehr muss jeder Kurs einzeln abgerufen werden. Es steht dann der Realtime Kurs eines Brokers zum Abfragezeitpunkt zur Verfügung. Eine automatische Aktualisierung erfolgt jedoch nicht. Kostenfreie Realtime-Aktienkurse von Online-Brokern eignen sich somit nur bedingt für den Einsatz im täglichen Trading-Geschäft.

Realtime-Aktienkurse im Push-Verfahren

Deutlich besser geeignet sind Realtime-Aktienkurse im Push-Verfahren. Sie werden von spezialisierten Finanzdienstleistern angeboten, die auch professionelle Charting-Software bereitstellen. Das besondere am Push-Verfahren ist die automatische und laufende Aktualisierung der Kurse in allen Anwendungen der Charting-Software. Es ist kein Klick oder eine sonstige Aktion des Nutzers notwendig – es wird bei allen Anwendungen automatisch der letzte verfügbare Kurs angezeigt. Für Realtime-Aktienkurse im Push-Verfahren müssen praktisch immer Gebühren bezahlt werden. Oft stehen die Angebote auch nur in Verbindung mit dem Kauf oder dem Abonnement einer Charting-Software zur Verfügung. Die Kosten variieren je nach Anbieter und Leistungsumfang. Sie steigen mit der Anzahl der Wertpapiere, für die Realtime-Aktienkurse geliefert werden an, wobei der Kostenanstieg degressiv verläuft. Oft werden Pakete angeboten, wie etwa Aktien Deutschland, Aktien Europa oder Aktien Welt.

Indikationen statt  Realtime-Aktienkurse?

Die Kursaktualisierungen erfassen in Echtzeit alle Funktionalitäten der Chartingsoftware. Auch ggf. im Chart installierte Signale, wie etwa Trendlinien –oder Unterstützungsalarme, werden sofort ausgelöst, wenn der Kurs das betreffende Niveau erreicht. Eine häufig in den Medien präsente Alternative zu Echtzeitkursen sind Indikationen von Banken oder anderen Finanzdienstleistern. Diese berechnen insbesondere die Stände von Indizes, wie dem Dax oder dem Dow Jones, anhand ihrer eigenen Informationen. Erfahrungsgemäß sind die Anweichungen zum tatsächlichen Kurs bei denen Indikationen zu großen Leitindizes so gering, dass Privatanleger sie vernachlässigen können. Die Indikationen werden allerdings für einzelne Werte nicht berechnet, so dass sie keinen vollständigen Ersatz für Realtime-Aktienkurse darstellen können. Sie können aber in Verbindung mit um 15 Minuten verzögerten Kursen auch im aktiven Tageshandel eingesetzt werden.  Anleger treffen dann ihre Entscheidungen auf der Grundlage ihrer verzögerten Kurse und nutzen die Echtzeit-Indikation lediglich als Kontrollinstanz. Dieser wird nur dann Beachtung geschenkt, wenn sie eine deutliche Abweichung anzeigt, die auf veränderte Verhältnisse hindeutet. Dieser Kompromiss eignet sich besonders gut für Privatanleger, die nur wenig Geld für Services wie Realtime-Aktienkurse auszugeben bereit sind.